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Chamanna Boval
Samstag, 25.08.2001

Frühstücken, Blumen zusammenstellen, dann sind wir fertig. Um halb 9 Uhr fahren wir los.

Erst mal tanken und Pickerl und Vignette für die Autobahnen in den räuberischen Gebirgs-Staaten besorgen. Tanken ist einfach, das Besorgen des Pickerls dagegen hält uns auf. Die Tankstellen in Kempten sind nach österreichischer Definition nicht 'grenznah' und dürfen deswegen neuerdings keine Pickerl mehr verkaufen, erklärt uns der Tankwart.

*seufz* Auf zum ADAC. Da gibt's, was wir brauchen. Die 15 DM für das 10-Tage-Pickerl fallen uns zwar schwer, weil wir ja nur 2 mal etwa 20 Kilometer österreichische Autobahn bei Bregenz brauchen, aber wir haben auch keine Lust, uns im Samstag-Morgen-Verkehr durch Bregenz zu quälen.

Morteratsch und Biancograt vom Julierpass Kurz vorm Pfändertunnel beglückwünschen wir uns zu unserer Pickel-Entscheidung: Vor der letzten Ausfahrt hat sich ein Stau von 2 Kilometer gebildet - alles Menschen, die keine 15 DM für 20 Kilometer Autobahn zahlen wollen. Na, wenn's der Stau-Vermeidung dient, zahlen wir doch gerne die 15 Mark.

Die restliche Fahrt nach Pontresina (bei St. Moritz, kurz vor dem Bernina-Pass) verläuft problemlos. Von Julier-Pass aus entdecken wir 'unsere' Berge. Hinter den Bergen von St. Moritz leuchten uns der Piz Morteratsch und die Bernina mit strahlenden Eiskuppen entgegen. Wir bewundern den Bianco-Grat auf die Bernina, den wir uns diesmal (noch) nicht zutrauen.

Am Parkplatz Morteratsch haben wir Glück: unser Kleingeld reicht exakt für 4 Tage parken. Der Blick vom Parkplatz auf die Eisriesen der Bernina (um genau zu sein: auf die 3 Gipfel der Bellavista, die Bernina, Piz Prievlus, Piz Morteratsch, von rechts nach links) ist fantastisch. Wir stapfen trotz der Hitze beschwingt mit unseren schweren Rucksäcken los.

Blick in die Bernina vom Tal aus

Der erste Blick auf den Morteratsch-Gletscher dagegen ist enttäuschend. Man kann deutlich sehen, wie weit das Eis in den letzten Jahren zurück gegangen ist. Schade.

Als wir an der Boval-Hütte ankommen, sind wir erstaunt. Wir hatten mit fürchterlichem Betrieb gerechnet, wegen Wochenende und schönstem Wetter und besten Vorhersagen, aber die Hütte ist nicht mal halb voll. Soll uns recht sein, dann schlafen wir besser. Mit uns sind 2 Österreicher im Lager, die ebenfalls auf den Piz Morteratsch wollen.

Wir geniessen den tollen Ausblick von der Hütte bei Radler und Bier. Piz Palü, Bellavista, Bernina - was für klangvolle Namen. Morgen steht als Akklimatisation aber erst mal der Piz Morteratsch auf dem Programm. Frühstück um 4.30h, sagt die Wirtin. Also Aufstehen um 4.15h und Losgehen im Dunklen. Wir gucken noch mal, wo der Weg zum Morteratsch losgeht.

Das Abendessen hat 3 Gänge: Gemüsesuppe, Kartoffeln und Geschnetzeltes, Obstsalat. Dazu Radler und ich falle fast in meinen Teller. Bis 9 Uhr halte ich aus, dann schlafe ist fast auf der Bank ein und gehe schlafen. Der Ralle ist gar nicht müde, geht aber aus Solidarität (und weil wir ja früh raus müssen) mit.

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